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Was die Augen über unser Denken verraten

Augenbewegungen interpretieren 

augenzugangshinweise

Die Augen sind Teil unseres Gehirns und spiegeln unsere inneren Denkvorgänge wieder.

Wenn Sie schon einmal einem Menschen eine Frage gestellt haben, können Sie beobachten wie sich seine Augen in verschiedene Richtungen bewegen und Sie dadurch Rückschlüsse auf die geistige Aktivität Ihres Gegenübers ziehen können.

Das ist auch mit ein Grund weshalb Pokerspieler häufig Sonnenbrillen beim Kartenspiel tragen. Sie können ihre Augenbewegungen und -muskulatur, sowie die Größe Ihrer Pupillen nicht über den gesamten Zeitraum kontrollieren und würden somit zu viel von sich preisgeben.

Doch was bedeuten diese Bewegungen und wie können Sie sie interpretieren?

Generell unterscheiden wir erst einmal die Richtungen:

 

Augenbewegungen nach oben (Visuell)

Wenn Sie bei Ihrem Gegenüber wahrnehmen, dass seine Augen nach oben wandern, dann konstruiert oder ruft er innerlich Bilder und Ideen ab. Er versucht sich in seinem Kopf eine Vorstellung zu machen.

Hier unterscheiden wir noch einmal die Bewegung nach links und rechts.

Die meisten Menschen schauen nach oben links (aus Ihrer Sicht oben rechts), wenn Sie sich an etwas erinnern wollen:

„Können Sie sich erinnern wie Ihre Grundschullehrerin ausgesehen hat?“

„Welches Bild in der Ausstellung hat dir am besten gefallen?

Nach oben rechts (aus Ihrer Sicht oben links) schauen die meisten Personen, wenn Sie etwas innerlich konstruieren müssen, was sie nicht erinnern können.

 „Können Sie mir bitte sagen wie viel 346 + 725 sind?“

„Stellen Sie sich ein grünes Viereck in einem roten Dreieck vor!“

Animation 1 min 

Augenbewegungen in der Mitte (Auditiv)

Gehen die Augen mittig seitlich nach links oder rechts versucht Ihr Gegenüber Geräusche, vielleicht ein Gespräch, einen Buchtitel oder Töne abzurufen oder zu konstruieren.

Auch hier unterscheiden wir, ob jemand nach Mitte links oder Mitte rechts schaut.

Möchte mein Gesprächspartner das Gehörte erinnern, schaut er in vielen Fällen seitlich links (aus Ihrer Sicht rechts)

„Was hat denn Ihr Gesprächspartner zu Ihnen am Telefon gesagt?“

„Wie klang denn die Stimme des Täters?“

Schaut er seitlich nach rechts (aus Ihrer Sicht links) dann konstruiert er einen inneren Klang:

„Wie müsstest du sprechen, um deine Partnerin zu überzeugen.“

„Wie würde es klingen, wenn dein Vorgesetzter sehr langsam spricht.“

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Augenbewegungen nach unten

Gehen die Augen nach unten, ruft Ihr Gegenüber entweder Gefühle ab, fühlt also sozusagen in sich hinein oder er führt einen inneren Dialog mit sich. Das ist insbesondere bei Entscheidungsprozessen sehr interessant zu beobachten.

Schaut also der Gesprächspartner nach unten links, geht er in vielen Fällen mit sich ins Gespräch und führt einen inneren Dialog.

„Wie bewerten Sie unseren neuen Vorschlag?“

Schaut er hingegen nach rechts, fühlt er in sich hinein und ruft seine Gefühle ab.

 „Wie ging es Ihnen, als man Sie für die Fehler im Projekt verantwortlich gemacht
  hat?“

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Defokussierung

Manche Personen schauen auch in die Ferne, um sich innere Bilder vorzustellen. Hier können Sie nicht erkennen, ob die Person konstruiert oder erinnert, aber Sie wissen, das Ihr Gesprächspartner auf diese Art und Weise innere Bilder abrufen kann.

 

Immer erst das Basisverhalten beobachten

Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Gegenüber eine andere Augenbewegung zeigt, als Sie es vielleicht erwartet haben.

Denn grundsätzlich sollten Sie immer erst einmal im Gespräch herausfinden, wie das Basisverhalten Ihres Gegenübers ist. Erst dann können Sie in bestimmten Situationen Abweichungen erkennen.

Ein Beispiel:

Ein Mann soll einen Unfall, den er gesehen hat noch einmal beschreiben. Zuvor haben sich seine Augen bei visuellen Erinnerungsfragen immer nach oben links bewegt. Nun stellt der ermittelnde Beamte fest, dass die Augen fast die ganze Zeit nach oben rechts schauen.

Das ist ein Hinweis darauf, dass der Mann die Bilder nicht mehr aus seiner Erinnerung abruft, sondern den Unfallhergang eher (re)konstruiert. Deswegen sollte man von solchen Aussagen zunächst Abstand nehmen.

 

Innere Denkvorgänge durch Augenbewegungen erkennen.

Generell können Sie anhand der Augenbewegungen herausfinden, in welchem Sinneskanal Ihr Gegenüber seine Gedanken verarbeitet.

Haben Sie zum Beispiel einen Gesprächspartner, der sehr oft nach Ihren Fragen oder Aussagen nach oben schaut, dann wissen Sie, das dieser Mensch visuelle Reize braucht, um überzeugt zu werden.

Schaut Ihr Gegenüber viel nach unten, dann verarbeitet er Ihre Worte und Fragen eher auf der Gefühlsebene. Hier wäre es hilfreich ihn auch auf dieser Ebene anzusprechen, um ihn im Gespräch mitzunehmen und zu überzeugen.

Häufig sind die Augenbewegungen nie nur in eine Richtung gerichtet, sondern bewegen sich während des Denkens. Obwohl Sie jemandem eine eindeutig visuelle Frage stellen, ist es durchaus möglich, dass die Person erst nach unten schaut, weil vielleicht Gedanken auf der Gefühlsebene entstanden sind, die mit der Frage verbunden sind, bevor man sich ein inneres Bild abruft.

Für Sie als Beobachter sind das wichtige Hinweise zu dem gedanklichen Verarbeitungsprozess des Gesprächspartners.

 

Den Gedankenprozess nicht stören

Sollte Ihnen das alles zu kompliziert klingen, möchte ich Ihnen am Ende eine ganz einfache Empfehlung mitgeben:

Sowie Sie Ihrem Gesprächspartner eine Frage gestellt haben und sehen, dass sich die Augen in unterschiedliche Richtungen bewegen oder in die Ferne schweifen, können Sie davon ausgehen, dass ein innerer Gedankenprozess aktiviert wurde.

Lassen Sie dem Gesprächspartner dann Zeit seine Gedanken in Ruhe zu sortieren, anstatt mit vorschnellen Äußerungen den Gedankenprozess zu stören.

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